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28.05.2018: Einsatz im fernen Äthiopien

„Vom Herzen her weiß ich, dass ich da noch mal hin muss.“ Gemeint ist das ferne Äthiopien, konkret das Krankenhaus in Attat, in dem Sara-Marie Klammt, Assistenzärztin in der Frauenklinik des Krankenhauses St. Marienstift, zwei Wochen lang Patientinnen betreut und behandelt hat.

180 Kilometer ist Attat von der Hauptstadt Addis Abeba entfernt. Eine ländliche Region. Im Umkreis von über 100 Kilometer ist das katholische Krankenhaus das einzige. Wer sich hier behandeln lassen will, muss oft einen langen, beschwerlichen Weg auf sich nehmen. Die Menschen tun das, weil sie wissen, dass sie von der Gemeinschaft Missionsärztliche Schwestern beste Hilfe erwarten können. „Alle Mitglieder sind medizinische Fachkräfte“, sagt Sara-Marie Klammt, die selbst Katholikin ist und sich auch aus diesem Grund für die Gemeinschaft entschieden hat. Und nicht nur sie. „Meine Mutter, von Beruf Betriebswirtin, und meine Schwester, die Hebamme ist, haben mich nach Äthiopien begleitet. Nach einer einwöchigen Rundreise durch das wunderschöne Land, haben wir 14 Tage im Krankenhaus von Attat gearbeitet.“ Die Mutter in der Verwaltung, die beiden Schwestern direkt an den Patientinnen. 

Die heute 36-Jährige ist in ihrem Leben nie die einfachsten Wege gegangen. Nach ihrer Ausbildung zur Hebamme hat Sara-Marie zunächst sechs Jahre in diesem Beruf gearbeitet. „Mein Herzblut hängt an der Geburtshilfe, doch ich hatte das Gefühl, dass ich weiterkommen muss im Leben. Ich wollte unbedingt Ärztin werden.“ Ein Jahr nach der Geburt ihrer jüngsten Tochter nahm die Magdeburgerin ihr Medizinstudium auf, glücklicherweise mit einem Stipendium der Stiftung Begabtenförderung Berufliche Bildung vom Bundesbildungsministerium. „Mit Einschränkungen kamen wir so gut über die Runden“, sagt Sara-Marie Klammt, fügt aber an: „Ohne meinen Mann (er ist Erzieher) hätte ich das nicht geschafft.“
 
Heute ist die Ärztin im St. Marienstift in Magdeburg im dritten Weiterbildungsjahr zur Gynäkologin. In zwei Jahren wird sie Fachärztin sein und dann vielleicht noch einmal ihren Urlaub nutzen, um in Äthiopien zu helfen. „Mir ist wichtig, die Welt auch aus anderen Blickwinkeln sehen zu können, den eigenen Horizont zu erweitern, zu erleben, wie das eigene Leben allein dadurch in einem ganz anderen Licht erscheint.“ Selbstverständlichkeiten in der westlichen Welt werden zu Schätzen, Demut und Hochachtung vor Menschen fühlbar, die Glück nicht an materiellen Dingen festmachen – festmachen können. „Die Menschen dort sind nicht nur sehr schön, sie sind auch sehr herzlich.“ 

Viele leben an der Armutsgrenze. Es gibt Krankheiten und Schicksale, wie das eines 16-jährigen Mädchens, das nach einer Vergewaltigung mit einem schwerstkranken Baby (Anenzephalie) schwanger war. Frühchen haben kaum eine Chance. Säuglings- und Müttersterblichkeit sind hoch. So ist es wohl auch Sorge um das Überleben, die keinen Raum lässt für Hass und Neid. „Uns hat besonders beeindruckt, dass verschiedene Religionen ganz friedlich miteinander leben können, ob Muslime, äthiopisch Orthodoxe, Katholiken …“

Das Krankenhaus Attat finanziert sich aus den geringen Einnahmen für die Behandlung und von Spenden.

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Weitere Informationen finden Sie auch unter: www.attat-hospital.de

 

Leider ist uns im letzten  "Marien-Stift"-Magazin ein Fehler unterlaufen. Die korrekte Bankverbindung für Spenden lautet:

Konto: Missionsärztliche Schwestern, Stichwort „Attat hospital“ 
IBAN:  DE 40 3606 0295 0047 4000 15

 

Text: AZ publica GmbH Magdeburg
Fotos: Sara-Marie Klammt